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Willi Kraus (geb. 11. Mai 1914 in Inningen, gest. 21. September 1969)
Willi Kraus, der von 1959 bis 1969 als Gau-Volksmusikwart tätig war, trug zusammen mit den Raistinger Gesangsgruppen wesentlich dazu bei, dass unser Volkslied, das zu damaliger Zeit fast ausgestorben war, auflebte und heute wieder gesungen wird. Er selbst schrieb zahlreiche Stückl, wie z.B. den "Hackbrett Boarischen", die "Steffl-Polka", "Schlagt da Fink im Buchnwoid", die heute noch gern gespielt werden.
Der erste Dreigesang, der von Willi Kraus auf der Zither begleitet wurden, bestand zwischen 1949 und 1951. Hedwig Schröferl sang die erste, Theresia Schröferl die zweite und Hildegard Ayrnschmalz die dritte Stimme. Im Jahr 1951 rief Willi Kraus den Raistinger Dreigesang ins Leben. Alfons Mair sang die 1. Stimme, Willi Kraus die 2. Stimme - er begleitete zugleich mit der Zither - Gabriel Ayrnschmalz sang die 3. Stimme. Als Karl Schröferl 5 Jahre später als Bass dazu kam, wurde daraus der Raistinger Viergesang. Sie sangen auf Weihnachtsfeiern, bei Heimatabenden und auf Hochzeiten. Ebenso wurde das geistliche Volkslied von ihnen gepflegt. Auch von Willi Kraus selbst geschriebene Lieder wurden durch den Viergesang bekannt.
Bild oben: Der Raistinger Viergesang (1960), v. l. Karl Schröferl sen., Willi Kraus, Gabriel Ayrnschmalz, Alfons Mayr
Bild unten: Hackbrett-Boarischer, komponiert von Willi Kraus
Nach dem Tod von Willi Kraus im Jahr 1969 übernahmen zunächst Erwin Rott und später Karl Schröferl jun. die Zitherbegleitung und Jakob Doll aus Marnbach die 2. Stimme. Sie traten ungefähr 10 Jahre auf. Gelegentlich wirkte auch Traudl Seifert mit der Harfe mit, begleitet von ihrem Bruder, Karl Schröferl jun., mit der Geige oder der Gitarre. Zu den Höhepunkten ihrer Auftritte gehörten sicherlich das 30-jährige Gedächtnissingen mit Kiem Pauli in Rottach-Egern, die mehrmalige Mitwirkung beim Adventsingen im Deutschen Museum in München und das Kraus-Fischer-Gedächtnis-Singen 1973 in Raisting.
1959 entstand mit Willi Kraus (Zither), Erwin Rott (Hackbrett, er hatte sich dieses selbst gebaut) und Roland Fischer (Bassgitarre) die Raistinger Hackbrettmusi. Auch sie konnte man, wie den Viergesang und die nachher noch genannten Pfeiferlbuam, öfters im Radio hören. Um 1960 begannen die "Graf-Madln" (Helene Kollmannsberger, Irmgard Stechele und Cousine Gitti Lindner) zu singen. Sie waren etwa 3 Jahre zusammen und wurden von Willi Kraus geführt und auf der Zither begleitet.
Roland Fischer (geb. 25. April 1920 in Reichenau, Kreis Mährisch Trübau (Moravská Trebova), gest. 30. Juli 1967)
1958 gründete Roland Fischer die "Pfeiferlbuam" (Volker Fischer, 1. Stimme, Karl Schröferl jun., 2. Stimme, Bernhard Schmid, 3. Stimme und Wolfgang Fischer, Gitarre). Viele Stücke schrieb er eigens für seine "Buam", die ungefähr 8 Jahre zusammenspielten.
Um 1960 regte Roland Fischer, als wir bodenständige Volkstänze zu pflegen begannen, eine Tanzlmusi an. Er und Volker Fischer sowie Richard Herold spielten Klarinette, Hermann Pinegger Akkordeon und Wolfgang Fischer Bassgeige. Sie unterstützten mit ihrer Musik das Aufleben und die Pflege des Volkstanzes in unserem Verein und wirkten auch bei zahlreichen Veranstaltungen in der Umgebung mit.
Bild oben: Tanzlmusi (1965), v. l. Volker Fischer, Wolfgang Fischer, Roland Fischer, Hermann Pinegger, Richard Herold